Felgen lackieren: Schritt-für-Schritt ohne Schleifstress

Kratzer, Bordsteinschrammen oder einfach ein neuer Look: Felgen lackieren lohnt sich, wenn du deinem Auto ein frisches Erscheinungsbild geben willst. Mit der richtigen Vorbereitung und einem hochwertigen Lack bekommst du ein Ergebnis, das lange hält und auch der Belastung durch Bremsstaub, Streusalz und Steinschlag standhält. Hier bekommst du eine ehrliche Anleitung, die dich Schritt für Schritt durch das Projekt führt.

Das brauchst du

  • Wagenheber und Unterstellböcke, damit die Räder frei drehbar sind
  • Radmutternschlüssel zum Demontieren
  • Felgenreiniger, Spülmittel und Silikonentferner
  • Schleifpapier in Körnung 320 und 600 für die Aufrauung
  • Kunststoff- oder Metallspachtel bei tieferen Schäden
  • Abklebeband und Abdeckfolie
  • Grundierung beziehungsweise Haftvermittler
  • Ein hochwertiger 2K-Autolack, der auch für Felgen geeignet ist
  • Lackierpistole oder Sprühdose, Atemschutzmaske und Handschuhe

Schritt für Schritt Anleitung

  1. Räder demontieren. Löse die Radmuttern leicht, bevor du das Auto anhebst. Bocke das Fahrzeug sicher auf und nimm die Räder ab. Am besten lässt du die Reifen bei einer Werkstatt abziehen, denn so kommst du überall gut hin und riskierst keinen Overspray auf dem Gummi.
  2. Gründlich reinigen. Entferne mit Felgenreiniger alle Verkrustungen, Bremsstaub und Fett. Danach spülst du alles ab und trocknest die Felge komplett. Fett und Schmutz sind die größten Feinde einer sauberen Lackschicht.
  3. Schäden ausbessern. Tiefe Kratzer und Bordsteinschäden füllst du mit geeignetem Spachtel. Nach dem Aushärten glättest du die Stellen mit Schleifpapier, bis sie eben sind.
  4. Oberfläche anrauen. Gehe die gesamte Felge mit feinem Schleifpapier durch, damit der Lack später gut haftet. Ein leicht mattierter Untergrund reicht völlig aus. Anschließend wischst du mit Silikonentferner nach, um letzte Rückstände zu beseitigen.
  5. Abkleben. Decke Ventil, Bremsscheibe und alle Bereiche ab, die keinen Lack abbekommen sollen. Arbeite hier sauber, denn scharfe Kanten entstehen nur mit gut geklebten Rändern.
  6. Grundieren. Trage eine dünne Schicht Haftgrund oder Grundierung auf und lass sie nach Herstellerangabe ablüften. Bei Aluminiumfelgen sorgt der richtige Untergrund für eine dauerhafte Verbindung.
  7. Lack auftragen. Jetzt kommt der eigentliche Farbauftrag. Verwende den 2K-Autolack in dünnen, gleichmäßigen Schichten. Halte etwa 20 bis 25 Zentimeter Abstand und arbeite in überlappenden Bahnen. Zwei bis drei Schichten mit ausreichender Ablüftzeit dazwischen geben dir eine deckende, robuste Oberfläche.
  8. Aushärten lassen. Gib dem Lack genug Zeit zum Durchtrocknen, bevor du die Räder wieder montierst. Ein 2K-System braucht seine Endhärte, sonst riskierst du Druckstellen und frühen Verschleiß.

Farbton wählen

Beim Farbton entscheidet dein Geschmack, aber auch die Praktikabilität spielt eine Rolle. Zeitlos und pflegeleicht sind dunkle Töne, weil Bremsstaub und leichte Verschmutzungen weniger auffallen. Sehr beliebt sind glänzendes oder mattes Schwarz und das etwas modernere Anthrazit, das viele aktuelle Fahrzeuge serienmäßig tragen. Beide Töne passen zu fast jeder Karosseriefarbe und wirken hochwertig.

Häufige Fehler

  • Zu dicke Schichten. Wer zu viel Lack auf einmal aufträgt, bekommt Nasen und Läufer. Lieber mehrere dünne Durchgänge.
  • Fettige Oberfläche. Wird nicht sauber entfettet, blättert der Lack später ab. Der Silikonentferner ist Pflicht, kein Extra.
  • Zu kurze Trockenzeit. Ungeduld rächt sich. Montierst du die Räder zu früh, drückst du Spuren in die frische Schicht.
  • Falsches Wetter. Hohe Luftfeuchtigkeit und Kälte stören die Trocknung. Arbeite in einem gut belüfteten, trockenen Raum bei moderaten Temperaturen.
  • Kein Atemschutz. 2K-Produkte enthalten Härter, die du keinesfalls einatmen solltest. Maske und Handschuhe gehören dazu.

Empfehlung zum Abschluss

Felgen lackieren ist kein Hexenwerk, verlangt aber Sorgfalt bei der Vorbereitung. Der größte Teil der Arbeit steckt in Reinigung, Ausbessern und Abkleben, nicht im eigentlichen Lackieren. Wenn du hier gründlich bist, hält das Ergebnis viele Jahre. Setze auf einen belastbaren 2K-Autolack, denn Felgen sind extremen Bedingungen ausgesetzt und ein günstiger Sprühlack hält dem selten stand. Nimm dir Zeit, arbeite in Ruhe und du wirst mit Felgen belohnt, die aussehen wie neu.

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