Ratgeber

Selbst streichen oder Maler beauftragen? So entscheidest du richtig

Ein Anstrich sieht einfach aus, bis man vor der Wand steht. Rolle, Abdeckfolie und ein freies Wochenende reichen für vieles aus, für manches aber nicht. Die Frage ist selten, ob du streichen kannst, sondern ob es sich lohnt. Wir verkaufen Farbe und haben trotzdem kein Interesse daran, dass du dir ein Projekt auflädst, das schiefgeht.

Wann sich selbst streichen lohnt

Bei überschaubaren Flächen mit gutem Untergrund machst du mit eigener Arbeit fast nichts falsch. Innenwände, Zimmertüren, ein Gartenzaun, Möbelstücke oder Heizkörper sind klassische Fälle. Der Untergrund ist zugänglich, du kommst ohne Gerüst aus, und ein Fehler kostet dich Zeit, aber kein Vermögen.

Rechne ehrlich: Für ein durchschnittliches Zimmer brauchst du einen Tag für die Vorbereitung und einen fürs Streichen. Material liegt je nach Farbe zwischen 40 und 120 Euro. Wer das zweimal gemacht hat, wird schneller und besser.

Wann der Fachbetrieb die bessere Wahl ist

Es gibt Arbeiten, bei denen der Preisunterschied schnell zusammenschmilzt. Fassaden und alles über drei Metern brauchen ein Gerüst, und das allein kostet oft mehr als der halbe Auftrag. Schimmel, Salzausblühungen oder feuchtes Mauerwerk sind keine Farbfragen, sondern bauliche. Wer sie überstreicht, sieht sie im nächsten Winter wieder.

Auch bei Altbauten mit unklarem Altanstrich lohnt ein Fachmann. Ob unter der obersten Schicht Leimfarbe, Dispersion oder Öl sitzt, entscheidet darüber, ob der neue Anstrich hält oder in Bahnen abplatzt. Und in Mietwohnungen mit Abnahmeprotokoll ist eine Fachbetriebsrechnung oft mehr wert als ein sauberes Ergebnis.

Was ein Maler kostet

Für Innenanstriche liegen die Preise meist zwischen 8 und 15 Euro pro Quadratmeter inklusive Material, für Fassaden zwischen 25 und 60 Euro, je nach Zustand und Gerüstbedarf. Die Spanne ist groß, weil die Vorarbeit den Unterschied macht. Ein Angebot, das Spachteln, Grundieren und Abdecken nicht einzeln ausweist, ist kein Angebot, sondern eine Hausnummer.

Hol dir drei Angebote und vergleiche nicht die Endsumme, sondern die Positionen. Ein praktischer Malervergleich hilft dabei, Betriebe in der eigenen Region zu finden und die Leistungen gegenüberzustellen, statt die erstbeste Zahl zu nehmen.

Was du vorbereiten kannst

Auch wenn der Fachbetrieb kommt, musst du nicht danebenstehen. Räum die Räume leer, deck Böden ab und nimm Steckdosenblenden, Vorhangschienen und Türbeschläge selbst ab. Das sind oft mehrere Stunden Arbeit, die sonst in der Rechnung landen, und viele Betriebe rechnen sie gern heraus, wenn du vorher danach fragst.

Klär außerdem vorab, wer entsorgt. Alte Farbreste, Abdeckmaterial und Tapetenabfall verursachen Gebühren, die im Angebot manchmal fehlen und später auftauchen. Und halte fest, welcher Farbton in welchem Raum landet, am besten schriftlich mit RAL-Nummer. Missverständnisse beim Ton sind der häufigste Grund, warum am Ende doch noch einmal gestrichen wird.

Der Mittelweg

Häufig ist die beste Lösung geteilt. Den heiklen Teil macht der Fachbetrieb, den Rest übernimmst du. Der Maler saniert die Problemwand, du streichst die drei unkomplizierten. Oder der Betrieb stellt das Gerüst und macht die Fassade, du nimmst dir Zaun und Gartenhaus vor.

Was in beiden Fällen zählt, ist die Farbe darunter. Ein guter Handwerker rettet keinen billigen Lack, und ein guter Lack rettet keine schlechte Vorbereitung. Wenn du dich für die eigene Arbeit entscheidest, nimm ein Produkt, das zu deinem Untergrund passt, und plane die Trockenzeiten ein. Der Rest ist Geduld.

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