RAL 6014 Gelboliv
Kräftig und ruhig. Nimmt Licht aus dem Raum, wirkt auf Möbeln und Türen sehr wertig.
Oliven, die noch nicht ganz reif sind, tragen dieses Gelb in sich, ein Gelb, das nie hell wird, sondern schon mit Grün und Erde vermischt ist. Gelboliv nimmt genau diesen Moment auf: die Frucht kurz bevor sie dunkelt, das Blatt kurz bevor es ins Silbrige kippt. Es ist kein sattes Grün und kein klares Gelb, sondern eine geerdete, leicht rauchige Mischung aus beidem. Der Ton wirkt dadurch nie laut, sondern wie etwas, das schon lange da ist.
Auf großen Flächen wie einer Küchenfront oder einer Tür wirkt Gelboliv ruhig, fast introvertiert. Es zieht die Aufmerksamkeit nicht an sich, sondern lässt den Raum um sich herum leiser werden. Bei viel Tageslicht öffnet sich der Gelbanteil, der Ton wirkt warm und erdverbunden wie getrocknetes Gras. Fällt wenig Licht ein, etwa am Abend oder in einem nach Norden gelegenen Zimmer, rückt das Grün nach vorne und der Ton wird tiefer, fast wie Moos im Schatten. Auf kleinen Flächen, an Griffen oder schmalen Fronten, zeigt sich eher die olivgrüne Seite, konzentriert und dicht.
Zu Gelboliv passt Holz mit warmem, eher dunklem Unterton, geräucherte Eiche oder Nussbaum, weil beide die gleiche erdige Tiefe mitbringen. Messing und gebürstetes Gold holen das Gelb im Ton hervor und lassen ihn edel wirken, während mattes Schwarz oder Bronze die grüne Seite betonen. Bei Textilien passt grober Leinen oder Wolle in Sand- und Rosttönen gut, auch Samt in Senfgelb oder Terrakotta hält der Farbe stand. Stein mit Sprenkeln, etwa Travertin oder ein warmer Kalkstein, nimmt die changierende Note des Tons auf und wirkt neben ihm ruhig.
RAL 7006 Beigegrau, eine Stufe heller, legt sich wie ein sanfter Schatten neben Gelboliv und schafft Übergänge, etwa wenn Wand und Front zusammen gedacht werden. RAL 1013 Perlweiß ist das Weiß, das zu diesem Ton gehört, es hat selbst einen leichten Gelbstich und wirkt darum nie kühl neben dem satten Oliv. RAL 8022 Schwarzbraun übernimmt an Griffen und Sockeln die Rolle des Ankers, es setzt einen dunklen Punkt, der die Fläche fasst und dem Raum Kontur gibt.
RAL 6006 Grauoliv liegt Gelboliv am nächsten, ist aber kühler und grauer, ohne den warmen Gelbschimmer. RAL 7013 Braungrau lässt das Grün fast ganz hinter sich und wird zu einem neutralen, erdigen Braun, das weniger Pflanze und mehr Stein ist. RAL 7022 Umbragrau schließlich verzichtet auf Farbe im engeren Sinn, es ist ein dunkles, warmes Grau, das Gelboliv als Nachbarn ruhiger und unauffälliger gegenübersteht.
Andere kombinieren so
- RAL 7006 Beigegrau eine Stufe heller
- RAL 1013 Perlweiß das passende Weiß
- RAL 8022 Schwarzbraun für Griffe und Sockel
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